Wenn im Schlaf die Luft weg bleibt

Das Atmen wird vegetativ gesteuert. Das heißt, dass wir auch ohne bewussten Willen regelmäßig Luft holen, damit der Organismus genügend Sauerstoff erhält. Bei der Schlafapnoe wird diese Luftzufuhr unterbrochen. Das folgende Kapitel informiert Sie darüber, was eine Schlafapnoe ist und wie der Körper darauf reagiert.

Etwa 45 bis 50 Prozent aller Menschen schnarchen zumindest ab und zu. Das ist vollkommen unbedenklich und hat mit einem wirklichen Atemaussetzer während des Schlafs nichts zu tun. Erst bei einem Atemstillstand von mehr als zehn Sekunden spricht man von der so genannten Schlafapnoe.

Das Wort ist aus dem Griechischen abgeleitet: Apnoe heißt übersetzt „Windstille”.

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Die Schlafapnoe gehört zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen, die auch mit SBAS abgekürzt werden. Darunter fasst die moderne Schlafmedizin zwei Gruppen zusammen:

Atmungsstörungen mit Verschluss der Luftwege (=obstruktiv)

Dazu zählt unter anderem die obstruktive und die gemischte Schlafapnoe.

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Die Atemaussetzer sind die Folge einer erschlafften Muskulatur im Mund- und Rachenraum. Die obstruktive Schlafapnoe wird mit OSA abgekürzt.

Atmungsstörungen ohne Verschluss der Luftwege

Zu dieser Form gehört neben weiteren Atmungsstörungen die zentrale Schlafapnoe.

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Hier ist eine bestimmte Fehlfunktion im Gehirn für die Krankheit verantwortlich

Genaue Erklärungen zu den verschiedenen Formen der Schlafapnoe finden Sie hier:

So entsteht der Atemaussetzer bei der obstruktiven Schlafapnoe:

Im Mund- und Rachenraum sind bestimmte Muskeln dafür zuständig, während des Schlafs die Zunge und den weichen, hinteren Teil des Gaumens zu kontrollieren. So bleiben die oberen Luftwege offen, und wir können frei durchatmen.

Wenn nun diese Muskeln nicht mehr stark genug sind, „fallen” Zunge und weicher Gaumen nach unten und verengen den Luftweg. Die Folge sind Schnarchen und gelegentliche Atembeschwerden. Erschlaffen die Muskeln zu stark, verschließen sich die Luftwege ganz. Das Ein- und Ausatmen ist dann nicht mehr möglich.

Die nachfolgenden Illustrationen verdeutlichen diesen Vorgang:

Die Reaktion des Körpers

Da die Luftzufuhr abgeschnitten ist, verringert sich der Sauerstoffgehalt im Blut und der Herzschlag erhöht sich. Dies löst eine Weckreaktion aus – gesteuert durch das Gehirn, das auch im Schlaf die Atmung überwacht: Der Apnoe-Patient wacht ganz kurz auf, um meist unter lautem Schnarchen Luft zu holen und weiter zu atmen. Der Körper bekommt wieder genug Sauerstoff, der Herzschlag normalisiert sich. Doch beim nächsten Atemstillstand beginnt dieser Ablauf von vorne.

Die unbemerkte Krankheit

Die Atmungsblockaden treten zehn mal pro Stunde und öfter auf, so dass Schlafapnoe-Patienten während einer einzigen Nacht bis zu 600 Mal nach Luft schnappen. Das kurze Aufwachen erfolgt dabei oft unbewusst, so dass die Betroffenen die permanente Störung des Nachtschlafs gar nicht bemerken.

Allerdings weisen bestimmte Symptome und Folgeerscheinungen auf eine Schlafapnoe hin. Welche das sind, erfahren Sie hier:

Symptome
Folgeerkrankungen