Der gesundheitliche Domino-Effekt

Wenn eine Schlafapnoe nicht behandelt wird, wirkt sich dies schon bald negativ auf den gesamten Organismus aus. Dieses Kapitel verschafft Ihnen einen umfassenden Überblick, welche gesundheitlichen Folgen die nächtlichen Atemaussetzer nach sich ziehen können.

Ein regelmäßiger, ruhiger Nachtschlaf ist ganz entscheidend für unsere Gesundheit. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Schlafstörungen wirken sich in weiten Bereichen negativ auf Lebensqualität und tägliches Wohlbefinden aus.

Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, zieht dies eine ganze Reihe teils gravierende Folgeerkrankungen nach sich – ähnlich wie bei einem umgestoßenen Dominostein, der automatisch weitere Steine umfallen lässt. Letztlich verkürzt eine ausbleibende Behandlung der Schlafapnoe die Lebenserwartung, das haben verschiedene wissenschaftliche Studien erwiesen.

Auswirkungen auf das Herz-/Kreislaufsystem

Besonders ernst nehmen sollten Sie die Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und das Gehirn. Die Schlafapnoe kann lebenswichtige Körperfunktionen empfindlich stören, die Folgen reichen von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzinfarkt. Außerdem erhöht sich im Alter das Risiko, im Schlaf einem plötzlichen Herztod oder Schlaganfall zu erliegen.

Einen direkten Zusammenhang gibt es auch zwischen SBAS und Bluthochdruck: Medizinische Untersuchungen zeigen, dass zwischen 50 und 70 Prozent der Apnoe-Patienten unter dauerhaft erhöhtem Blutdruck leiden. Gleichzeitig sind fast ein Drittel der Menschen mit Bluthochdruck auch von einer Schlafapnoe betroffen. Insofern kann die Schlafapnoe tatsächlich eine Ursache für Bluthochdruck sein.

Vorsicht Unfall!

Wer nicht erholsam schläft, ist tagsüber permanent müde und kann sich nicht richtig konzentrieren. Gerade im Straßenverkehr kann das fatal werden: Nach einer Untersuchung des HUK-Verbandes¹ ist das Einschlafen am Steuer die häufigste Unfallursache mit Todesfolge auf Autobahnen, und mindestens ein Viertel aller Autobahnunfälle gehen auf das Konto der Schlafapnoe.

Die möglichen Folgen der Schlafapnoe im Überblick:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • plötzlicher Herztod
  • Schlaganfall
  • schwer oder gar nicht einstellbarer Bluthochdruck
  • krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen
  • nächtliches Nasenbluten
  • erektile Dysfunktion (Impotenz)
  • Depressive Verstimmungen, Depressionen

 

Neben den rein körperlichen sind auch psychische Probleme nicht zu unterschätzen. Angefangen von emotionaler Antriebslosigkeit und geistiger Erschöpfung bis hin zur Depression können SBAS die Seele und das psychische Gleichgewicht stark durcheinander bringen.

Das „Henne-Ei-Prinzip”

Keine Ursache ohne Wirkung, das ist ein Grundprinzip. Aber was war zuerst da – die eigentliche Erkrankung oder die Folge davon? Leider wird diese Frage in ärztlichen Untersuchungen oft falsch beantwortet. Die Schlafapnoe wird nicht als eigentliche Ursache für viele Erkrankungen diagnostiziert. Der wahre Auslöser bleibt im Verborgenen, stattdessen werden nur die Symptome behandelt.

Wenn Sie vermuten, dass Ihre Beschwerden vielleicht etwas mit einer nächtlichen Atmungsstörung zu tun haben – zögern Sie nicht, sich Ihrem Hausarzt oder Internisten anzuvertrauen. Denn die aktuelle Schlafforschung und -medizin kann mit Früherkennung und richtiger Behandlung sehr viel erreichen, damit Sie (sich) gesund schlafen können.

 

1) Quelle: HUK-Verbandsstudie
„Abschätzung des Unfallrisikos bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) durch Fahrsimulation”; Pneumologie 2002; 56: 13-18, DOI: 10.1055/s-2002-19587